Für große Leistungen in der medizinischen PsychologieTholuck-Medaille posthum an Frau Prof. Dr. Almuth Künkel verliehen
Darmstadt, 10. Oktober 2003
Die Tholuck-Medaille des Vereins für Zahnhygiene e.V. (VfZ), wichtigste Auszeichnung für Verdienste auf dem Gebiet der Zahngesundheitserziehung, ging in diesem Jahr posthum an die Psychologin und Publizistin Prof. Dr. Almuth Künkel. Im Rahmen einer Fortbildungsveranstaltung am 10. Oktober 2003 im schwäbischen Kloster Irsee nahm ihr Ehemann den Preis entgegen. In seiner Laudatio hob der Erste Vorsitzende des Vereins, Mario J. Perinelli, Almuth Künkels Verdienste für die Zahngesundheitsaufklärung hervor.
Die Preisträgerin unterstützte im Laufe ihrer langjährigen Tätigkeit als Psychologin sowie als Autorin zahlreicher Publikationen in erheblichem Maße die Zahngesundheitserziehung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Diesen Verdienst würdigte der Verein für Zahnhygiene e.V. jetzt mit der Verleihung der Tholuck-Medaille.
Prof. Dr. Almuth Künkel war nach ihrem Studium in München, Genf und Hamburg zunächst in eigener Praxis in Hamm und Lingen psychotherapeutisch tätig, insbesondere im Bereich der Kinder- und Jugendtherapie. Nach 1983 verlagerte sie den Schwerpunkt ihrer Tätigkeit auf die medizinische Psychologie, wobei die interdisziplinäre Diagnostik und die Behandlung von Fehlverhalten und Gesundheitstörungen im Vordergrund standen. Schließlich promovierte sie mit einer Arbeit unter dem Titel „Vom Knirschen und Knacken“, einer Untersuchung von Persönlichkeitsmerkmalen und verhaltensmedizinischen Aspekten bei pathologischen Parafunktionen. Bald darauf, im Jahr 1993, nahm sie den Ruf auf den Lehrstuhl für Entwicklungspsychologie an der Fachhochschule Düsseldorf, Fachbereich Sozialpädagogik an, den sie bis zuletzt innehatte.
Von herausragender Bedeutung für die Zahnmedizin in Deutschland sind ihre Publikationen zur Kinder- und Jugendpsychologie. Bücher wie „Total zerknirscht? Ursachen, Folgen und Therapie des Zähneknirschens“, „Kinder- und Jugendpsychologie in der zahnärztlichen Praxis“ und „Die Psychologie der zahnärztlichen Gruppenprophylaxe“ sind nur einige Beispiele ihrer Veröffentlichungen, die das Wissen zur Zahngesundheitserziehung entscheidend erweitert haben. Sämtlichen Publikationen gemein ist dabei ihre ungekünstelte Sprache und gute Lesbarkeit – Almuth Künkel verstand es, sich klar auszudrücken. Schwierige Zusammenhänge stellte sie verständlich und einfach dar, ohne je ins Seichte oder grob Vereinfachende zu verfallen. Dies hat die Preisträgerin auch in ihren vielgeschätzten Vorträgen auf Fortbildungsveranstaltungen in ganz Deutschland und in zahlreichen Seminaren immer wieder eindrucksvoll unter Beweis gestellt.
Ihr Ehemann, Zahnarzt Dr. Klaus Künkel, nahm zur Ehrung ihrer großen Verdienste am 10. Oktober 2003 die Tholuck-Medaille, benannt nach dem Frankfurter Obermedizinalrat in Ruhe Dr. Hans-Joachim Tholuck, am Rande einer Fortbildungsveranstaltung im schwäbischen Kloster Irsee entgegen. Seit 1973 wird die Tholuck-Medaille an Persönlichkeiten verliehen, die sich um die zahngesundheitliche Aufklärung und Erziehung verdient gemacht haben. Der Jury gehören Vertreter des Arbeitskreises Zahnmedizinische Information, der Bundeszahnärztekammer, der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, des Bundesverbandes der Zahnärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege und des Vereins für Zahnhygiene e.V. an.
Der Verein wurde bereits 1957 gegründet. Sein primäres Ziel ist es, die Öffentlichkeit über das Thema „Zahngesundheit“ aufzuklären – einschließlich der Gefahren, die dem gesamten Körper durch erkrankte Zähne drohen können. Einen zweiten Schwerpunkt stellt die Vorbeugung dar: Um Gesundheitsrisiken von vornherein zu minimieren, regt der Verein zu einer intensiveren Zahn- und Mundhygiene an. Darüber hinaus weist er auf die Notwendigkeit vorsorglicher Zahnbehandlung hin. Ein besonderer Stellenwert kommt dabei der Motivation junger Menschen zu.
Bildmaterial zur Verleihung der Medaille kann beim Verein für Zahnhygiene e.V. angefordert werden (Urkunde und Medaille auf beiligender CD-ROM).
Für weitere Informationen
Verein für Zahnhygiene e.V.
Dr. Matthias Lehr
Liebigstraße 25
D-64293 Darmstadt
Tel.: (06151) 1 37 37-10
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